Dienstag, 16. Februar 2010

Das düstere Haus (1965)

"Das düstere Haus" stammt aus der Zeit nach dem Sensationserfolg "Was geschah wirklich mit Baby Jane?", als die großen alten Damen des Films für preiswert gemachte Horrorfilme axtschwingend und mordend auf die Leinwand zurückkehrten. Es war nur eine kurze Welle, welche aber den Karrieren großer Stars wie Bette Davis, Joan Crawford und Olivia de Havilland neuen Schwung brachte. In "Das düstere Haus" ("Die...die, My Darling" oder auch "Fanatic" im Original) übernahm Tallulah Bankhead, Star von Broadway und Filmen wie Hitchcocks "Rettungsboot", den typischen Part der bösen alten Lady.

Die Story: die junge, attraktive Pat (Stefanie Powers) besucht einige Zeit nach dem Tod ihres Verlobten dessen Mutter (Bankhead), die gar nicht begeistert ist, dass Pat schon wieder heiraten will. Die religiös fanatische Mrs. Trefoil sperrt Pat in ihrem Haus ein und versucht sie von allem "Bösen" zu reinigen...

Die Grundsituation des Thrillers ist bekannt aus anderen Filmen wie "Baby Jane?" oder später Stephen Kings "Misery" und durchläuft die üblichen Stationen - Pat braucht zunächst eine ganze Weile um zu begreifen, wie irre die Hausherrin wirklich ist und dass ihr Leben auf dem Spiel steht. Dann folgen gescheiterte Fluchtversuche und flehentliche Bitten um Hilfe ans Hauspersonal (Donald Sutherland sehenswert als geistesgestörter Gärtner), die alle erfolglos bleiben. Schließlich muss die Heldin einsehen, dass nur ein Kampf auf Leben und Tod ihre Rettung bedeutet. Ein Hauptproblem derartiger Geschichten ist immer die Logik, und auch hier muss sich die junge Heldin sehr naiv und dumm anstellen, damit die Handlung funktioniert, denn immerhin wird sie "nur" von einer alten Dame terrorisiert, gegen die sie sich leicht zur Wehr setzen könnte.

"Das düstere Haus" bietet in diesem Sinne leider kaum Überraschungen und ist zudem relativ konturlos von Regisseur Silvio Narizzano in Szene gesetzt, ohne persönliche Handschrift oder künstlerische Einfälle. Stefanie Powers (Mrs. Hart aus "Hart aber herzlich") ist attraktiv, aber ihre Rolle bleibt farblos. Tallulah Bankhead übertreibt natürlich wie es von ihr gefordert wird und hat viel Spaß an ihrer Rolle. Sie ist letztlich der einzige Grund, sich den Film anzusehen.

06/10

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