Dienstag, 31. August 2010

Blutiger Valentinstag (1981)

"Es gibt mehr als eine Art, sein Herz zu verlieren."

Der kanadische Horrorfilm BLUTIGER VALENTINSTAG (My Bloody Valentine) versuchte auf der erfolgreichen Slasher-Welle, ausgelöst durch "Halloween" (1978) und "Freitag der 13." (1980) mitzuschwimmen und hat in Fankreisen einige Verehrer gefunden, im Grunde bietet er neben ein paar hübschen Locations aber nichts, um in Ekstase zu geraten und bedient das übliche und zu oft kopierte Schema F des Sub-Genres.

In der kleinen Bergwerks-Gemeinde Valentine Bluffs wollen die jungen Leute eine Valentinsparty veranstalten, dies wird ihnen jedoch untersagt, weil vor 20 Jahren am Valentinstag ein grauenvolles Ereignis das Städtchen erschütterte. Durch ein Grubenunglück wahnsinnig geworden, ermordete ein Minenarbeiter namens Harry Warden mehrere Menschen und stopfte ihre Herzen in Valentins-Schachteln. Die Kids von heute kümmert das wenig, sie wollen saufen, feiern und sich paaren. Die Party wird heimlich direkt in die Mine verlegt. Doch der unheimliche Killer mit Spitzhacke und Atemmaske ist schon auf der Pirsch...

Regisseur George Mihalka filmte seinen Slasher-Beitrag an Originalschauplätzen und mit unbekannten Darstellern, was seinem Film zu einen authentischen Look verhilft. Es tut gut, einmal kein Highschool-Ambiente zu sehen, durch das stumpfsinnige Teenager gehetzt werden. Auch die Mine bietet viel Gelegenheit für atmosphärischen Thrill. In der besten Szene wird ein Mädel von herabsausenden Bergwerks-Outfits zu Tode geängstigt (die Szene wurde im Remake 1:1 kopiert), und die finalen Verfolgungsjagden durch die düsteren Stollen erfüllen die Spannungs-Anforderungen des Genres.
Zuvor allerdings muss der Zuschauer eine geschlagene Stunde die Geschichte eines Heimkehrers erdulden, der vor Jahren das Kaff und sein Mädchen verließ, um es in der Großstadt zu schaffen. Nun ist er wieder da, und seine Geliebte ist inzwischen mit einem Minen-Kollegen und ehemaligen Freund zusammen. Dieses lahme Dreiecksverhältnis nimmt leider zu viel Filmzeit in Anspruch. Auch der arg bemühte Whodunit kann nur bedingt begeistern und macht nach der überraschenden Auflösung im Rückblick wenig Sinn.
Worauf es beim Slasherfilm in erster Linie ankommt, sind die Mordszenen, und die wirken leider sehr holprig, weil der Film für das erhoffte R-Rating gekürzt werden musste. Ganze neun Minuten Spezialeffekte fielen der Schere zum Opfer. Mittlerweile ist in den USA eine DVD erschienen, in denen das Splatter-Material aus den Archiven wieder eingefügt wurde, in dieser Version macht der Film deutlich mehr Spaß. Die Fans haben lange darauf gewartet.

In der unendlichen Reihe von "Halloween"-Nachahmern ist BLUTIGER VALENTINSTAG nicht der schlechteste Beitrag, zu empfehlen ist er aber letztlich nur für Komplettisten, die nicht genug von der ausgelutschten Slasher-Formel bekommen können. Das beste am Film ist die oben erwähnte Werbezeile.

05/10

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