Samstag, 29. Oktober 2011

Halloween-Special 2011: Die 15 besten Zombie-Filme

Im letzten Jahr fand sich hier meine persönliche Lieblings-Slasher-Liste. Dieses Jahr soll nun ein Sub-Genre zu Ehren kommen, das von Fans geliebt und von Zensoren verfolgt wird. Die Einteilung fällt zugegebenermaßen etwas schwer, denn streng genommen handelt es sich beispielsweise auch bei den Wiedergängern in John Carpenters "The Fog" (1980) um Zombies, so auch bei den Dämonen in Lamberto Bavas "Dämonen" 1 & 2 (1985/86). Der oben abgebildete Kürbis wurde übrigens traditionell von mir persönlich geschnitzt.


1.
ZOMBIE (1978)
George A. Romero jagt seine Untoten aus der Nacht hinein ins Morgengrauen und in eine Shopping Mall. Die bunteste und gleichzeitig schwärzeste Achterbahnfahrt durch die Hölle, die die Leinwand je erlebt hat, voller Slapstick, Horror und Innereien, ein Festival des Grauens plus politischer Message. Der Stärkere wird überleben. Oder auch nicht. Ein Film wie kein zweiter, ein Meilenstein und Zeitdokument. Ausführliche Rezension hier.




2. ICH FOLGTE EINEM ZOMBIE (1942)
Jacques Tourneur und Val Lewton schufen den wundervollsten Voodoo- und Zombiefilm des klassischen Hollywood, ein atmosphärisches Schauerstück in malerischem Schwarzweiß über exotischen Zauber, fliegende Fische, unerfüllte Liebe, Familiengeheimnisse und das Unheimliche in der Nacht. Geh nie allein durchs Zuckerrohr! Ein Meisterwerk der Filmkunst. Ausführliche Rezension hier.





3. WOODOO - DIE SCHRECKENSINSEL DER ZOMBIES (1979)
Lucio Fulci bedient sich ausgiebig bei Romero, schafft aber seine Zombies zurück in die Karibik, wo sie hingehören. Ein Unterwasser-Kampf zwischen Hai und Zombie, ein Holzsplitter im Auge von Olga Karlatos und eine beunruhigende Trommelkulisse machen den italienischen Nachahmer von "Zombie" zum internationalen Hit. Ausführliche Rezension hier.





4. DIE NACHT DER LEBENDEN TOTEN (1968)
George Romero versetzte ein ganzes Land in Angst und Schrecken mit einem Hinterhof-Horrorfilm, der die Nation erschütterte. Nicht Vampire oder Geister gehen um, sondern tote Amerikaner. Und sie verspeisen die Lebenden! Das vom Expressionismus beeinflusste Kammerspiel wurde über Nacht zum Kultfilm und Vorläufer aller modernen Zombiefilme. "Sie kommen, um dich zu holen, Barbara!". Ausführliche Rezension hier.




5. DIE GEISTERSTADT DER ZOMBIES (1981)
Lucio Fulcis bester Film, ein Action-Painting-Gemälde aus der Hölle und den Südstaaten, ein surrealer Ausflug ins Jenseits und darüber hinaus. Ein Hotel verbirgt das Tor zur Hölle, und Fulcis Angriffe zielen stets auf die Augen - die seiner Zuschauer und Figuren. Ohne Handlung, aber mit viel Liebe zum grausigen Detail und einigen wundervollen Aussetzern. Do Not Entry! Ausführliche Rezension hier.





6. SHAUN OF THE DEAD (2004)
Eine romantische Komödie - mit Zombies. Neben Polanskis "Tanz der Vampire" (1967) die wohl sympathischste Horror-Hommage aller Zeiten. Ein Film über Liebe, Freundschaft, alte Schallplatten, Cornetto und den aussichtslosen Kampf gegen eine Zombie-Invasion. Sind wir nicht alle ein bisschen Shaun?






7.
ZOMBIE 2 - DAS LETZTE KAPITEL (1985)
Wissenschaft vs. Militär vs. Zombies vs. Lori Cardille. George Romeros düstere Fortsetzung wurde nicht das angekündigte, apokalyptische Ende einer Trilogie, sondern ein schwer zu schluckendes Kammerspiel mit grotesk realistischen Splatterszenen und dem gelehrigen Zombie-Schüler "Bub", das nichtsdestotrotz einen Schlusspunkt unter das Genre setzt. Im Kino gefloppt, auf Video neu entdeckt. Ausführliche Rezension hier.




8. EIN ZOMBIE HING AM GLOCKENSEIL (1980)
Im mystischen Ort Dunwich erhängt sich ein Priester, und die Toten steigen aus ihren Gräbern. Der Klassiker unter den verbotenen Zombie-Werken, der Film mit der Bohrmaschine, den erbrochenen Innereien und einem lebendig begrabenen Medium, das per Spitzhacke befreit wird. Ein "abstruses Hirnquetscher-und Leichenwürmer-Spektakel" nannte es das saublöde "Lexikon des Horrorfilms". Eben! Dafür sind wir hier! Ausführliche Rezension hier.




9. GROSSANGRIFF DER ZOMBIES (1980)
Einer der dämlichsten Romero-Nachahmer, aber unbestritten auch einer der action- und spannungsreichsten, dessen Laufzeit wie im Flug vergeht. Umberto Lenzi schickt seine unterhaltsamen Zombie-Truppen mit schlechtem Make-Up und Maschinengewehren in die Großstadt mit Vergnügungspark. Am Ende steht Bobby Ewing unter der Dusche. Nein, das war ein anderer Film, die Pointe ist aber die gleiche. Ich könnt' ihn schon wieder sehen. Ausführliche Rezension hier.




10. DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN (1971)
Amando de Ossorios spanischer Genrebeitrag bedient sich reich bei "Psycho" (1960), baut aber vor Romero schon wandelnde Leichen ein, die Jungfrauen das Blut aussaugen. Die blinden Templer reiten zwar nicht besonders schnell, kriegen aber doch jeden. Für lüsterne Voyeure gibt's lesbische Liebe obendrauf. Herrlich morbider Horror aus Spanien, der die Zombie-Welle der 80er vorwegnimmt. Ausführliche Rezension hier.




11. SHOCK WAVES (1977)
Der ehemalige Nazi-Wissenschaftler Peter Cushing macht auf einer exotischen Insel teuflische Experimente und erweckt eine Armee von Unterwasser-Zombies zu furchterregendem Leben. Eine Gruppe Schiffbrüchiger wird bald darauf von den tauchenden Kriegsveteranen durch die Vegetation gejagt. Trash-Klassiker des Sub-Sub-Genres "Unterwasser-Nazis" von Ken Wiederhorn. Ausführliche Rezension hier.




12. 28 DAYS LATER (2002)
Danny Boyle reanimiert Romeros Zombies und schickt Cillian Murphy nach der Virus-Katastrophe durch ein verwaistes London. So ganz allein ist er aber nicht, wie er bald feststellen muss. Boyles Zombies sind schneller und computergesteuerter als Romeros Untote, aber nicht minder effektiv. Ein nettes Zombie-Revival inklusive mehrerer Subplots aus "Zombie 2".





13. TOT & BEGRABEN (1981)
Der Leichenbeschauer im verschlafenen Städtchen "Potter's Bluff" lässt dank Voodoo-Zauber die Toten aus den Gräbern steigen, was einige Durchreisende und Touristen das Leben kostet. Sheriff James Farentino ermittelt und muss der Tatsache ins Auge sehen, dass nicht nur seine hübsche Gattin eine Voodoo-Priesterin ist, sondern er selbst... nein, ich will die Überraschung nicht verderben! Ausführliche Rezension hier.





14. INVASION DER ZOMBIES (1974)
Ein konservativer Dorfsheriff sieht es gar nicht gern, dass Hippie Ray Lovelock sich in seiner Gegend herumtreibt. Er sollte sich lieber um die örtlichen Zombies sorgen, die Krankenschwestern aufschlitzen und die Leichenhallen bevölkern. Früher "Zombie"-Vorbote aus Spanien, der neben den Horror-Versatzstücken auch gegen jede Art von Faschismus zu Felde zieht.





15. NÄCHTE DES GRAUENS (1966)
Das einzige Mal, dass die Hammer-Studios sich der Untoten annahmen. Ein atmosphärischer Gruselklassiker ohne derbe Splatterszenen um einen ausbeuterischen Gutsbesitzer, der die Zombies in seiner Zinnmine arbeiten lässt - was praktisch ist, weil sie gewerkschaftlich nicht organisiert sind, dafür aber nachts die Einwohner töten. Irgendwas ist immer!





Spezielle Erwähnung verdienen außerdem noch:

White Zombie (1932), Die Nacht der Creeps (1986), Return of the Living Dead (1985), Die Rückkehr der Zombies (1981), Land of the Dead (2005), Creepshow (1982), Die Schlange im Regenbogen (1988), Resident Evil (2002).

Der Vollständigkeit halber hier einige der schlechtesten Zombie-Filme aller Zeiten:

Die Hölle der lebenden Toten (1980), In der Gewalt der Zombies (1980), Zombie III (1988), Das Geisterschiff der schwimmenden Leichen (1974).

Und zuletzt der beste Zombie-Titel aller Zeiten:

I Was a Zombie for the F.B.I. (1982)



Donnerstag, 27. Oktober 2011

Ich will doch nur, dass ihr mich liebt (1975)

Das Sozialdrama ICH WILL DOCH NUR, DASS IHR MICH LIEBT hat Rainer Werner Fassbinder 1975 für den WDR gedreht. Der Fernsehfilm ist jüngst in Deutschland auf DVD und Blu-Ray restauriert neu erschienen und eine willkommene Veröffentlichung für Fassbinder-Fans, die sich bislang mit ausländischen VHS begnügen mussten, um diesen Film sehen zu können.

Der junge Maurer Peter (Vitus Zeplichal) wird wegen Totschlags verhaftet und ins Gefängnis gesperrt. Der Film beleuchtet die Hintergründe der Tat. Peter ist ein Mann, der Liebe will und dafür alles tut. Um seinen Eltern zu gefallen, baut er ihnen neben der Arbeit auf dem Bau noch in der Freizeit ein Haus. Seiner Frau (Elke Aberle) macht er teure Geschenke, die er auf Raten kauft. Bald wachsen ihm die Schulden über den Kopf, immer wieder muss er seinen Vater um Geld anbetteln. Er verliert seinen Job und kauft sich eine Gaspistole. Als er in einem freundlichen Gastwirt das Ebenbild seines Vaters erkennt, tötet er ihn. Die Gefängnis-Psychologin fragt: "Leben Sie eigentlich gern?", aber Peter kann nicht darauf antworten.

ICH WILL DOCH NUR... ist ein in mehrfacher Hinsicht bedeutsamer Film im Schaffen Fassbinders, vor allem ist er ein Film des Übergangs. Letztmalig erzählt Fassbinder hier eine Geschichte aus dem Arbeitermilieu der Gegenwart, bald sollten die großen Melodramen der Zeitgeschichte folgen. Peter ist sein letzter kleiner tragischer Held und wird grandios von Vitus Zeplichal verkörpert, der seinen Regisseur geradezu beängstigend gut imitiert, insbesondere in den Szenen mit der Psychologin, in denen man stets Fassbinder in diversen Talkshows sitzen sieht. Mimik und Gestik Zeplichals stimmen bis ins Detail. Dieser Peter ist ein kreuzbraver Mann, der sich selbst ins Unglück stößt, ein naiver Tölpel, über den sich Fassbinder aber nie lustig macht, weil er sich selbst in ihm wieder erkennt. Und wir anderen auch.

Der Titel des Films veranlasst Rezensenten gern zu der Bemerkung, dass er Fassbinders Persönlichkeit auf den Punkt bringe, aber das greift natürlich zu kurz. Fassbinder wollte sicher mehr als nur geliebt werden. Der Titel trifft dafür auf viele seiner Filmhelden zu. Petra von Kant, Veronika Voss oder Elvira Weishaupt zerbrachen allesamt an dem unstillbaren Drang nach Liebe. Peters Ringen um die Gunst seiner Mitmenschen ist berührend und aufrichtig, geht oftmals bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus. Ebenso wie im dokumentarischen "Warum läuft Herr R. Amok?" (1970) mag man kaum mitansehen, wie Peter direkt und sehenden Auges ins Verderben läuft. Wenn er an der U-Bahn-Station "Nordfriedhof" steht und über seine traurige Zukunft nachdenkt, weiß man spätestens, dass er verloren ist. Der Mord im Affekt an der Vaterfigur (sowohl sein Vater als auch der doppelgängerische Gastwirt werden von Alexander Allerson gespielt) ist ein verzweifelter Schrei nach Liebe und Anerkennung. Der Mord am Doppelgänger sollte in "Querelle" (1982), Fassbinders letztem Film, erneut stattfinden.

Das Thema der privaten Verschuldung ist natürlich brennend aktuell. Auch Peter glaubt, seiner Frau etwas "bieten" zu müssen und kauft, ohne nachzudenken. Der Kapitalismus (in Form von Kaufhäusern und Banken) ermöglicht es dem Paar, sich immer weiter zu verschulden. Die wahre Liebe hat keine Chance in diesem Umfeld. Peters Frau verlangt zwar keine Geschenke, nimmt sie aber bereitwillig an (bereits bei ihrer ersten Begegnung muss Peter ihr eine Spezi kaufen, weil sie sich nicht zwischen Cola und Limo entscheiden kann), die Gesellschaft erwartet das von ihr. Kaum eine Szene, in der Peter nicht mit Blumen vor der Tür steht, und im ganzen Film gibt es keine Unterhaltung zwischen Peter und seiner Frau nach der Hochzeit, in der es nicht um Geld geht. Peters Mutter hingegen hat gar keine Liebe für ihren Sohn und kann auch mit Blumen nicht bestochen werden. Sie ist in ihrer gnadenlosen Härte (perfekt gespielt von Erni Mangold) beinahe schon eine Karikatur. Dazu gehört, dass die Eltern keine Namen im Film tragen, sie sind nur "Vater" und "Mutter". Wie viele Männer seines Alters will Peter die (materiellen) Ideale der Elterngeneration auch für sich beanspruchen und scheitert damit, weil er nicht nach eigenen sucht.

Kameramann Michael Ballhaus filmt das traurige Geschehen mit sehr beweglicher Kamera. Seine und Fassbinders Bildsprache ist immer deutlich. Oft sind die Gesichter der Charaktere halb verdeckt von Dekorationen, mehrfach sieht man sie durch Glas und Spiegel. Die Gegenstände befinden sich immer zwischen den Menschen. Die schönste Einstellung erhält Fassbinders Lebensgefährte Armin Meier als männlich-robuster Polier auf dem Bau, der Peter merkwürdige Blicke zuwirft. Die Dialoge sind naturalistisch und werden nur manchmal durch Fassbinders Theatersprache gebrochen ("Die ist günstig, günstig ist die" sagt Ingrid Caven als aufgeregte Verkäuferin einer Strickmaschine). Nur wenige Mitglieder aus Fassbinders Stammensemble spielen mit, dafür zeigen aber Zeplichal, Aberle und die Kollegen exzellente Leistungen. Humor gibt es wenig in dieser sozialen Tristesse, nur manchmal blitzt etwas Gemeinheit auf, etwa wenn Peter seiner Liebsten einen Heiratsantrag vor der wohl unromantischsten Kulisse aller Zeiten macht, während beide knietief im Schlamm stehen.

ICH WILL DOCH NUR... hat insgesamt ein paar wenige und zu verschmerzende Längen. Als Zuschauer muss man akzeptieren, dass der Film weniger dramatisch aufgebaut ist als eher einen Teufelskreis beschreibt. Die Aktionen von Peter sind immer dieselben. Er kauft und verlangt als Gegenleistung Liebe. Je mehr er kauft, umso weniger Liebe bekommt er. Damit ist die Liebe im Fassbinderschen Sinne wieder mal kälter als der Tod. Ein beeindruckender kleiner Film, der zwar nicht an die Wucht vom "Händler der vier Jahreszeiten" (1971) heranreicht, im Vergleich zu heutigen Fernsehdramen aber unglaublich klar, konzentriert und geschlossen wirkt.

08/10


Frisch verheiratet, die Zukunft ist... düster
Elke Aberle & Vitus Zeplichal

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Deep in the Woods (2000)

Mit Wes Cravens Slasher-Revival "Scream" (1996) wurden die Teenager-Metzel-Filme wieder salonfähig, die Ende der 80er bereits ihr seliges Ende gefunden hatten. Maskierte Killer, die Jagd auf hübsche Mittzwanziger machen, schossen erneut wie Pilze aus dem Boden. Man erkennt sie stets an den Plakaten, auf denen die Darsteller dem Bekanntheitsgrad nach aufgereiht sind und finster dreinblicken. Die Franzosen, die es eigentlich besser wissen sollten, schlossen sich ebenfalls dem Modetrend an und produzierten mit DEEP IN THE WOODS (Promenons-nous dans les bois), eine Mischung aus Rotkäppchen-Motiven, Landhaus-Grusel und Schlitzerfilm.

Die Story: Fünf junge Schauspieler sollen in einem abgelegenen Landhaus für den kleinen Sohn eines Barons (Francois Berléand) eine "Rotkäppchen"-Inszenierung aufführen. Ein unheimlicher Killer verfolgt die Künstler nach der Theaterstunde im Wolfskostüm, um sie in die ewigen Jagdgründe zu befördern...

Ja, mehr Inhalt gibt es nicht. Überhaupt kümmert sich Regisseur Lionel Delplanque mehr um Ausleuchtung und formale Spielereien als so etwas Profanes wie die Story. Stark von der Webeästhetik beeinflusst, ist denn DEEP IN THE WOODS auch vor allem ein Film fürs Auge. Die Sets sind erlesen, die Jungstars fast zu schön, um wahr zu sein, Musik und Sound werden raffiniert eingesetzt, die Kamera macht haufenweise kunstgewerbliche Mätzchen. Allein, wo ist die Spannung?

Dass der Film dem ausgelutschten Slasher-Genre keine neuen Seiten mehr abgewinnen kann (weil es keine mehr gibt), ist ohnehin klar, da nützen auch die wahllos eingestreuten Märchenzitate nichts. Dabei erzielt Lionel Delplanque zu Beginn eine ganz überzeugende Atmosphäre der Bedrohung (die an Haneke erinnert, nur eben gefälliger), wenn ein Telefonklingeln schon zu hören ist, während wir uns noch in einer anderen Szene befinden und es weitaus mehr Stille als Dialoge gibt. Der alte Hausherr zitiert gern Gedichte und streichelt den schönen blonden Neuankömmling, der Diener weidet mit Vorliebe Tiere aus, und der bizarre Spross, für den das "Rotkäppchen"-Spektakel in Szene gesetzt wird, stößt sich vor Freude gleich die Gabel in die Hand. Wenn dann aber endlich der Horror losgehen müsste, bleibt der Film steif und ereignislos. Wie bei einem abgebrochenen Striptease reizt er unaufhörlich, löst aber nie etwas ein. Offensichtlich möchte Lionel Delplanque lieber in die Arthouse-Ecke, hat dafür aber nicht den geeigneten Stoff (für gelungene Horrorfilme in der Arthouse-Ecke siehe Jessica Hausners hervorragenden "Hotel", 2004) und schon gar nichts von Bedeutung zu erzählen.

So kann man denn als Zuschauer die Optik und einige hübsche Szenen genießen (wie die "Rotkäppchen"-Inszenierung), für den Cineasten gibt es einen Prolog mit Marie Trintignant, die beim Erzählen des "Rotkäppchen"-Märchens stranguliert wird, für die pubertierenden Horror-Freaks baut Delplanque eine höchst überflüssige, aber sehr offenherzige lesbische Sexszene ein (ja, da sind die Franzosen allen ein paar Schritte voraus), die Mädels und schwulen Jungs dürfen sich an den Hauptdarstellern weiden. Leider bleiben die homoerotischen Andeutungen zwischen dem lüsternen Baron und dem Rotkäppchen-Beau Vincent Lecoeur im Ansatz stecken, ebenso wie alles andere auch. Wer sonst noch Wünsche hat, wird frustriert nach Hause geschickt.

Schade, denn im Grunde sind alle notwendigen Elemente da - das unheimliche Schloss, die knarzenden Bäume im Mitternachtswald, sogar das Edgar Wallace-Käuzchen ist zu hören.
Mit deutlich weniger Hochglanz-Ästhetik und mehr saftigen Horror-Einlagen hätte DEEP IN THE WOODS ein ansehnlicher Genre-Beitrag werden können. Das beweist wieder einmal, dass Horror ein schwieriges Genre ist, für das man ein ganz spezielles Händchen braucht. Zu oft aber wird es von Regisseuren, die sich zu Höherem berufen fühlen, als Sprungbrett benutzt, um nach dem kommerziellen Erfolg "richtige" Filme machen zu dürfen. DEEP IN THE WOODS war zumindest in Frankreich ein bescheidener Erfolg, andernorts verschwand er schnell wieder in der Versenkung. Ein seltsamer Film, den man sich ansehen kann, wenn man vorher sämtliche Erwartungen herunterschraubt. Sexy ist er, viel mehr nicht.
Ohnehin ist "Augen ohne Gesicht" (1960) der beste französische Horrorfilm aller Zeiten, und das wird auch so bleiben.

05/10

Montag, 24. Oktober 2011

Shocker (1989)

1984 schuf Wes Craven mit "A Nightmare on Elm Street" und dem Kindermörder Freddy Krueger eine neue Kultfigur des Horrors, die schnell so beliebt wurde, dass die Fans sogar die minderwertige Qualität der Fortsetzungen in Kauf nahmen, um ihren Lieblingskiller auf der Leinwand zu sehen. Craven, der zur Finanzierung des Originals alle Rechte an dem Stoff New Line Pictures und Produzent Robert Shaye übertrug, konnte von dem immensen Erfolg der Filme und der zahlreichen Nebeneinnahmen (inklusive Freddy Actionfiguren und Lunchboxen) nicht profitieren. Da lag es nahe, eine ähnliche, aber eigene Kreatur zu erfinden, und die sollte Horace Pinker werden. Der dazu gehörige Film hieß SHOCKER (Shocker), doch der Kult blieb leider aus.

Der Inhalt: TV-Techniker Horace Pinker (Mitch Pileggi) ist ein Serienkiller, der in Los Angeles sein Unwesen treibt. Mit Hilfe des jungen Jonathan (Peter Berg), der eine telepathische Verbindung zu Pinker besitzt, kann sein Adoptiv-Vater (Michael Murphy) den Mörder schließlich stellen und vor Gericht bringen. Pinker erhält die Todesstrafe und landet auf dem elektrischen Stuhl, doch bei der Hinrichtung schlüpft sein böser Geist mittels elektronischer Zauberkraft in eine anwesende Ärztin und entkommt dem Gefängnis. Von nun an springt Pinkers Seele fröhlich von Körper zu Körper und mordet in verschiedenen Gestalten weiter. Wieder ist es an Jonathan, den Mörder endgültig zur Strecke zu bringen und nebenbei die grausame Wahrheit über seine Herkunft zu erfahren...

SHOCKER ist ohne Zweifel mit viel Drive und Witz erzählt, bietet einige actionreiche Set Pieces, gute Darsteller und reichlich Ideen. Leider wirft Craven aber zu viele dieser unterschiedlichen Ideen in einen Topf und richtet mit ihnen eher ein großes Durcheinander an als ein durchgängiges Spannungsmuster. SHOCKER vermengt Elemente des Slasherfilms mit dem seinerzeit populären Seelen- und Körpertauschkino ("The Hidden", 1987), mixt etwas Voodoo und Magie bei und will zusätzlich noch eine tragische Liebesgeschichte (hat Craven nichts aus dem "tödlichen Freund" gelernt?), eine Soap (Mein Vater, der Serienkiller) und "The Dead Zone" (1983) erzählen. Wo noch Platz ist (sprich, nirgendwo), baut er satirische Spitzen gegen die Medien im allgemeinen und das Fernsehen im besonderen ein. Das wird allzu deutlich im hysterischen Finale, wenn Jonathan und Pinker sich in die Stromleitung beamen, durch mehrere TV-Programme prügeln und dabei abwechselnd in Gameshows, S/W-Horrorfilmen und in fremden Wohnzimmern landen, wo die Familien sich überrascht anschauen, wer da aus der Glotze springt. Das ist leider alles zuviel des Guten, und spätestens jetzt ist man als Zuschauer so ermüdet, dass der Schlussfight nicht mehr packen will.

Beinahe alles in SHOCKER ist zu gewollt und bemüht. Die zynischen Oneliner von Horace Pinker etwa sind in bester Freddy-Manier geschrieben, zünden aber meistens nicht. Überhaupt will dieser Pinker einfach zu sehr ein neuer Freddy sein, komplett mit wieder erkennbarem Kostüm, Maske und Gehabe. Die Spezialeffekte sind ausgezeichnet, erschlagen aber in der Masse Spannung und Charaktere. Umso deplazierter wirkt die zarte Lovestory zwischen Peter Berg und Camille Cooper, die ein brutales Ende findet. Es stecken - schlicht gesagt - drei oder vier Filme in SHOCKER, und die Fülle an Einfällen führt nicht zu einem furiosen Ganzen, sondern zu einem Overkill. An den Kinokassen konnte dann SHOCKER die Erwartungen auch nicht erfüllen. Nicht einmal zu einem Sequel hat es gereicht, geschweige dann zu einem neuen Franchise.

"A Nightmare on Elm Street" hat deshalb so gut funktioniert, weil Craven sehr genaue Regeln aufstellte. Freddy Krueger konnte nur bezwungen werden, wenn man ihn aus dem Traum in die Realität holte. Teenager konnten nur sterben, wenn sie schliefen. Wurde man wach, bevor Freddy einen holte, blieb man am Leben. So einfach. In SHOCKER ist hingegen jederzeit alles möglich. Horace Pinker kann in verschiedene Körper springen (was zu der besten Sequenz führt, in der er sich durch einen Park metzelt und dabei mehrfach die Körper wechselt, bis er schließlich in einem kleinen Mädchen landet, dessen gerade noch liebes Gesicht sich in eine coole Macho-Fratze verwandelt), sein Gegenspieler Jonathan kann zunächst hellsehen und später selbst in Stromleitungen eindringen, die Frau seines Herzens wiederum kann als Geist aus dem Totenreich zurückkehren, um ihm zu helfen, etc., etc. Wenn alle Regeln außer Kraft gesetzt sind - und es ist absolut erstaunlich, dass Craven das nicht gemerkt hat - besteht für den Zuschauer keine Möglichkeit zur Identifikation mehr, man muss sich um niemanden mehr sorgen und schaltet von Teilnahme auf Durchzug.

Glücklicherweise besitzt SHOCKER noch so viel Tempo und Unterhaltungswert, dass er sich trotz der Schwächen als buntes, lautes Popcorn-Kino sehen lassen kann, aber er hätte so viel besser werden können. Schade.

6.5/10

Freitag, 21. Oktober 2011

The Last House on the Left (1972)

"To avoid fainting, keep repeating - it's only a movie..."

Das war die Werbezeile zu Wes Cravens Horror-Debüt THE LAST HOUSE ON THE LEFT, der hierzulande auch unter dem Titel "Mondo Brutale" bekannt ist und als einer der ersten Vertreter das "Rape 'N Revenge"-Subgenre miterfand. Die effektive Werbezeile hatte großen Anteil am Erfolg des Films, der auch als "Sex Crime of the Century" und "Krug & Company" in den USA lief.

Der Inhalt basiert - man sollte es kaum glauben - ausgerechnet auf einem cineastischen Meisterwerk von Ingmar Bergman, "Die Jungfrauenquelle" (1960). Die junge Mari Collingwood (Sandra Cassel) will ihren 17. Geburtstag zusammen mit ihrer Freundin Phyllis (Lucy Grantham) in der Stadt feiern. Unterwegs beschließen sie, zur Feier des Tages ein bisschen Gras zu kaufen und geraten an eine Bande Krimineller, angeführt vom gesuchten Mörder und Vergewaltiger Krug Stillo (David Hess). Die Gang bringt die Mädchen in ihre Gewalt und verschleppt sie in die örtlichen Wälder, wo die Frauen gedemütigt, gefoltert und ermordet werden. Als Krug und seine Mittäter ausgerechnet im Haus von Maris Eltern Unterschlupf suchen, müssen diese erkennen, dass sie die Mörder ihrer Tochter beherbergen und gehen auf einen nicht minder brutalen Rachefeldzug...

Diese Story schreit nach Sex und Gewalt, und genau das ist es, was Craven und sein Produzent Sean S. Cunningham (später Regisseur von "Freitag der 13.", 1980) den Geldgebern versprachen, die den "härtesten Horrorfilm aller Zeiten" bei ihnen bestellten. Zwar wurde das geplante Ausmaß der Brutalitäten beim Dreh abgeschwächt, aber THE LAST HOUSE ON THE LEFT gehört noch immer zu den ernüchterndsten, grimmigsten Filmen des Genres, und das weniger wegen drastischer Ekeleffekte (die kaum vorhanden sind), sondern wegen der psychologischen Grausamkeit, die von Anfang an den Film beherrscht.

Craven drehte mit minimalen Budget rund um sein eigenes Wohnhaus mit Freunden, Bekannten, Laien und unbekannten Darstellern, so ähnlich wie es Romero bei seiner "Nacht der lebenden Toten" (1968) vorgemacht hatte. Hauptdarsteller David Hess steuerte nicht nur den Soundtrack bei, sondern zeigt auch als gewaltbereiter Psychopath eine beängstigend glaubwürdige Leistung. Sein Krug Stillo ist kein Wesen aus Frankensteins Labor oder Transsylvanien, sondern ein menschliches Monster, das direkt aus den Nachrichten und der Realität stammt, ein Killer, der jederzeit und ohne nachvollziehbare Motivation zu den schlimmsten Taten fähig ist. Was Michael Haneke mit "Funny Games" (1997) versuchte, hat Wes Craven bereits 25 Jahre zuvor geschafft. Trotz seiner spekulativen, sensationsgierigen Machart und den gewollten Tabubrüchen stellt er hier durchaus die Frage nach der Konsumierbarkeit von Gewalt und zeigt, wie schmal die Grenze zwischen Gut und Böse ist, denn die Eltern der armen Mari Collingwood sind zu ebenso blutrünstigen Taten fähig wie ihre Widersacher. Wes Craven, der zu den intelligentesten Regisseuren im Horror-Bereich zählt, stellt die Gewalttaten immer in einen moralischen Kontext, provoziert niemals Identifikation mit den Tätern oder weidet sich am Leid der Opfer. Nachdem die Bande Phyllis ermordet hat, gibt es einen absolut bedrückenden Moment, in dem die Täter realisieren, was sie getan haben und wie Kinder im Wald herumstehenstehen, mit einem Hauch von Ahnung, wer sie sind und was sie sind. Sie entfernen zitternd Gras, Dreck und Blut von ihren Fingern und können sich nicht gegenseitig in die Augen sehen. Wes Craven vergisst nie, dass er hier Menschen darstellt, keine Cartoonfiguren, so übel diese sich auch verhalten. Das ist unterm Strich der große Unterschied zwischen seinem Kino und dem seiner Nachahmer (und dem Remake, aber dazu später mehr).

THE LAST HOUSE ON THE LEFT ist alles andere als ein fröhliches Popcorn-Movie. Nicht umsonst wurde der Film überall auf der Welt zensiert, gekürzt und beschlagnahmt, auch in Deutschland, wo man Cravens Anti-Unterhaltung mit Gewaltverherrlichung verwechselte (wie üblich). David Hess' Rollenname "Krug" ist übrigens ein Vorbote von Cravens berühmtester Horror-Gestalt "Freddy Krueger", die mehr als 10 Jahre später in die Alpträume von Teenagern eindringen und dem Regisseur seinen größten Hit bescheren sollte.
Cravens
LAST HOUSE weist wegen der Hinterhof-Produktionsbedingungen eine bedrückend authentische Atmosphäre auf. Beim finalen Duell zwischen Krug und Maris Vater etwa muss man als Zuschauer tatsächlich um die Gesundheit der Darsteller fürchten, die ohne Stuntmen mit Kettensäge und anderen Mordwerkzeugen aufeinander losgehen (David Hess sagte in einem Interview, dass sein geschätzter Schauspielkollege keine Ahnung hatte, was er tat, als dieser mit der rotierenden Kettensäge auf ihn losging, und das sieht man!).

Aufgrund der zahlreichen Verstümmelungen, die der Film über sich ergehen lassen musste, existieren mehrere Versionen, keine davon ist wirklich vollständig. Da er nie die Vorgaben der MPAA (die amerikanische FSK) für ein "R-Rating" erfüllt hätte, besorgten sich Craven und Cunningham kurzerhand von der Kopie eines völlig anderen Films das "R"-Zertifikat und brachten ihr Werk heraus, ohne dass die Kontrollstelle ihn jemals zu Gesicht bekommen hat. Für THE LAST HOUSE ON THE LEFT musste Craven viel Kritik einstecken, besonders wegen der Slapstick-Einlagen, mit denen er versuchte, die Härte des Films zu durchbrechen, was er heute bereut. Die Szenen um ein vertrotteltes Sheriffs-Duo, das wie Laurel & Hardy durch den Film stolpert, sind dann auch die schwächsten. Insgesamt ist THE LAST HOUSE ON THE LEFT weit von einem perfekten Film entfernt, aber er hat Qualitäten, die das ausgleichen. Für zartbesaitete Zuschauer ist er nach wie vor nicht gemacht.

THE LAST HOUSE ON THE LEFT wurde durch die bereits erwähnte Werbekampagne und Mundpropaganda schnell zu einem "Sleeper"-Hit und Klassiker des "Midnight Movies". Craven und Cunningham rückten in die vordere Riege des Horror-Genres auf, und ihr Film beeinflusste weitere kontroverse Werke wie "Ich spuck' auf dein Grab" (1978) und "Muttertag" (1980). 2009 inszenierte Dennis Iliadis ein Remake, das zwar mit herben Brutalitäten aufwarten kann, die Geschichte aber in keinen neuen Kontext stellt und keinerlei Substanz bietet. Dass dort z.B. Mari Collingwood überleben darf, mindert komplett die Wirkung des Films und lässt die Racheaktionen der Eltern unmotiviert erscheinen. Wieder einmal hat jemand nichtmal im Ansatz verstanden, was das Original eigentlich auszeichnete und warum es in seiner Zeit so erfolgreich war.

08/10

Krug & Company - Die Täter in "The Last House on the Left"


Wer mehr wissen will, dem empfehle ich das ausgezeichnete Buch "Wes Craven's Last House on the Left: The Making of a Cult Classic", in dem man die gesamte Hintergrundgeschichte sowie Interviews mit allen Beteiligten nachlesen kann.

Montag, 17. Oktober 2011

13 Stufen zum Terror (1980)

Zum amerikanischen 'Psycho-Thriller' 13 STUFEN ZUM TERROR (The Attic) gibt es bezeichnenderweise nicht mal einen Wikipedia-Eintrag, was den obskuren Status des Films belegt. Dass ich für die Bezeichnung 'Psycho-Thriller' Gänsefüßchen gewählt habe, liegt schlicht daran, dass dieser doch recht reißerisch betitelte Film keinem Genre eindeutig zugeordnet werden kann, und da liegt auch schon das Grundproblem dieses Werks.

Worum geht es? Die altjüngferliche Louise (Carrie Snodgress) lebt zusammen mit ihrem tyrannischen Vater (Ray Milland), der an den Rollstuhl gefesselt ist - durch Louises Schuld, wie er stets behauptet, und weswegen er sich ihr gegenüber wie ein Miststück aufführt. Er quält sie, wo er nur kann und ist doch auf ihre Hilfe angewiesen. Louise bejammert ihr trauriges Leben an seiner Seite, ganz besonders, weil sie vor fast 20 Jahren von ihrem Verehrer sitzen gelassen wurde, der spurlos verschwand. Seitdem fristet sie einsam ihre Tage in der Bücherei, wo sie einem langweiligen Job nachgeht, oder zu Hause, wo Papa sie fertig macht. Als sie einen Schimpansen aus einer Zoohandlung mit nach Hause bringt und endlich jemanden hat, dem sie ihre Zuneigung zeigen kann, verhält sich Vater noch mieser als zuvor, und es kommt endlich zur lang hinausgezögerten Abrechnung zwischen Vater und Tochter...

13 STUFEN ZUM TERROR ist ein zähes Psychodrama, das die verlorene Jugend einer bemitleidenswerten Frau beschreibt, die von Carrie Snodgress ("Teufelskreis Alpha", 1978) eindringlich gespielt wird. Snodgress ist in ihrem Selbstmitleid beinahe schon unerträglich gut und hat keine Scheu, dass man sie als Zuschauer wegen ihrer Wehleidigkeit komplett ablehnt. Sie ist die erwachsen geworden "Carrie" (1976) ohne die telepathischen Kräfte, ständig unterdrückt von dem kranken Vater, der ebenso intensiv von Ray Milland verkörpert wird. Milland war nie auf einen Typ festgelegt und konnte sowohl die Helden, die Verlierer und die Bösen spielen. In dieser späten Phase seiner Karriere wurde er gern als Schurke besetzt ("Frogs", 1972), und er zeigt jedes Mal eine beeindruckende Vorstellung.

So ist denn 13 STUFEN ZUM TERROR bestenfalls ein Schauspielerfilm, der aber nebenbei noch ein guter Thriller sein möchte, und da versagt er kläglich. In den ersten 60 Minuten passiert so gut wie gar nichts. Snodgress jammert und jammert, sieht sich heulend alte Schmalfilme aus besseren Tagen an und genießt ihre Tagträume, in denen sie Milland ermordet. Da ihre gesamte Vorgeschichte schon nach den ersten Filmminuten von einer Nebenfigur ausgeplaudert wird, gibt es auch keine offenen Fragen mehr - außer der, wohin ihr Verehrer eigentlich entschwunden ist. Die Antwort lässt sich möglicherweise dem Titel entnehmen, zumindest ist die Schlusspointe nicht sonderlich erschreckend. Dennoch können sich die letzten 10 Minuten des Films durchaus sehen lassen, das reicht aber nicht, ihn in die Horror-Ecke zu stellen. Man fragt sich, für wen er überhaupt gemacht wurde. Für ein Drama ist er schlicht zu langweilig und kreist lediglich um ein- und dieselbe Situation, für einen Horrorfilm kommt das Grauen viel zu spät (und mit Ansage), für einen Thriller fehlt jeder Ansatz (woraus sollte sich der Thrill ergeben?).

Für einen Tierfreund wie mich ist der Film ohnehin schwer zu schlucken. So schön es auch ist, dass Carrie Snodgress in dem putzigen Schimpansen einen Gefährten findet - die Vorstellung, dass er in einem Zooladen verkauft und als drolliges Haustier gehalten wird, ist für mich alles andere als niedlich, sondern sehr traurig und bedrückend.

Der britische Psycho-Thriller (ohne Gänsefüßchen!) "Das Haus der Schatten" (1971) erzählt eine ganz ähnliche Geschichte aus Mutter/Tochter-Perspektive und ist wesentlich besser aufgebaut und inszeniert. Den hätte sich Regisseur George Edwards mal genauer anschauen sollen. Es reicht halt nicht, das Publikum 90 Minuten lang einzuschläfern und ihnen dann eine makabere Pointe zu präsentieren, die dann noch deprimierend ist. Als Kurzgeschichte wäre 13 STUFEN ZUM TERROR vielleicht unterhaltsam, für einen Spielfilm ist das viel zu wenig. Schade um die Schauspieler, die hier ganz große Leistungen zeigen.

03/10

Samstag, 15. Oktober 2011

Der Marathon-Mann (1976)

"Ein Film über Angst und Schmerz", sagte Regisseur John Schlesinger über seinen Film DER MARATHON-MANN (Marathon Man). Angst und Schmerz muss Dustin Hoffman als College-Student Thomas "Babe" Levy durchleiden. "Babe" steht als Abkürzung für seinen zweiten Vornamen Babington, aber er steht auch für einen Grünschnabel, der sich mit der Theorie von Tyrannei an der Uni auseinandersetzt, diese selbst aber noch am eigenen Leib erfahren wird, nachdem sein Bruder Henry (Roy Scheider), der für den amerikanischen Geheimdienst als Kurier arbeitet, brutal niedergestochen wird und sich gerade noch in Babes Wohnung schleppen kann, bevor er stirbt.
Was der Bruder ihm vor seinem Tod ins Ohr flüsterte, das wollen sowohl der Geheimdienst als auch der ehemalige KZ-Zahnarzt Szell (Laurence Olivier) wissen, der getarnt in Südamerika lebte und nun in New York eintrifft, um ein verstecktes Vermögen in Diamanten an sich zu bringen, das sich in einem Bankschließfach befindet. Bald schon wird Babe von Szell gefangen genommen und grausam gefoltert, kann aber entkommen und läuft um sein Leben...

"A Thriller" steht schlicht auf dem Kinoplakat, und ein Thriller ist MARATHON MANN durch und durch. Nachdem man als Zuschauer anfangs durch die beunruhigenden Parallelstränge, die noch keinen logischen Zusammenhang ergeben, genügend verunsichert wurde, läuft der Film ab Roy Schneiders Filmtod auf Hochtouren und springt von einem Höhepunkt zum nächsten, lässt seinem Publikum und seinem Protagonisten Hoffman keine Zeit mehr, Luft zu holen bis zum erlösenden Abspann.

Für die besonders sensiblen Zuschauer war die mittlerweile berühmte Szene, in der Laurence Olivier den an einen Zahnarztstuhl gefesselten Hoffman mit Bohrer und anderen Instrumenten quält, kaum zu ertragen und musste auf ein Minimum heruntergekürzt werden. Auch in dieser abgespeckten Form ist sie noch so wirkungsvoll, dass sie buchstäblich Schmerzen bereitet. Anders als in übertriebenen Actionfilm-Szenarios handelt es sich hier um Schmerzen, die man nachempfinden kann, die wir alle kennen. So ist Dustin Hoffman für den Zuschauer auch eine perfekte Identifikationsfigur. Nichts passiert im MARATHON-MANN, was in der Realität nicht ebenfalls geschehen könnte, und Hoffman ist alles andere als ein Übermensch oder strahlender Kämpfer für die Gerechtigkeit. Die nackte Angst steht ihm ins Gesicht geschrieben, wenn er in seinem Badezimmer überfallen wird oder in der Schlafanzughose um sein Leben rennt. Er schreit um Hilfe, heult und hält mit zitternder Pistole die Bösen in Schach, bevor es zum Shootout kommt. Zum Mörder wird er nicht, auch wenn Autor William Goldman das gern gesehen hätte. Im Film handelt Hoffmans Figur stets aus Notwehr, sogar im Finale muss Widersacher Olivier selbst in seine Todeswaffe stürzen. Das ist aber schon der einzige Kompromiss, den John Schlesinger eingeht (und der von Goldman als "Hollywood Bullshit" bezeichnet wurde, nicht zu Unrecht).

Laurence Olivier wurde durch seine eiskalte Darstellung ein weiteres Mal unsterblich. Er und Hoffman hatten komplett unterschiedliche Ansichten und Herangehensweisen, was die Schauspielerei betrifft, ihr Zusammenspiel ist auch deswegen unendlich faszinierend. Hier der Method Actor des New Hollywood, der alles spüren muss und gern improvisiert, dort der gefeierte Theatermime, der größten Wert auf kontrolliertes, textgenaues Arbeiten legt. Aber Schlesinger akzeptiert keine One-Man-Show und lässt beide trotz grandioser Leistungen Teil eines hochkarätigen Ensembles sein, zu dem Roy Scheider, William Devane und Marthe Keller weitere hervorragende Beiträge leisten.

Formal gehört DER MARATHON MANN zu den typischen Vertretern des 70er Polit-Thrillers. Die realistische Kameraführung von Conrad L. Hall ist ebenso eindringlich wie der minimalistische Soundtrack von Michael Small. Der Film gehört somit in eine Reihe hochklassiger Werke wie "Zeuge einer Verschwörung" (1974), "Klute" (1986) und "French Connection" (1971). Das Drehbuch von William Goldman, das er nach seinem eigenen Roman verfasste, weist keinerlei Längen, dafür aber jede Menge Suspense, interessante Charaktere, politische Subtexte (besonders eindrucksvoll in der Schlussphase, wenn Laurence Olivier als ehemaliger KZ-Zahnarzt im jüdischen Viertel New Yorks unterwegs ist, um den Wert von Diamanten in Erfahrung zu bringen und von KZ-Überlebenden auf der Straße erkannt wird) und großartige Set Pieces auf. Bereits einer der vielen Spannungsmomente würde jedem Film zu Ehre gereichen, John Schlesinger aber hat gleich ein halbes Dutzend auf Lager. Daher ist sein Film auch ein anerkannter Klassiker des Genres, der nur schwer übertroffen werden kann.

Hoffmans "Babe" ist im wahrsten Sinne ein Marathon-Mann. Nicht nur weil er tatsächlich für den Marathon trainiert, sondern weil er von Anfang an ein Gehetzter ist. Er wird von den Erinnerungen an seinen Vater verfolgt, der sich das Leben genommen hat, und in dessen Fußstapfen er glaubt, treten zu müssen, und später wird er von den Übeltätern gejagt. Erst in der letzten Einstellung des Films kommt er zur Ruhe und kann - entegen seiner ursprünglichen Laufrichtung - langsamer gehen. Nur der Zahn tut noch weh.
Ein Rest von Schmerz wird immer bleiben.

10/10

Wohlbefinden oder Schmerz?
Laurence Olivier als "weißer Engel" in "Marathon Man"

Freitag, 14. Oktober 2011

Turm der lebenden Leichen (1972)

Snape Island ist ein kleines Eiland, das von stürmischer See, kantigen Felsen und Nebelschwaben umgeben ist - wie die herrliche Vorspannsequenz zeigt. Künstlich irgendwie, aber sehr atmosphärisch. Hier findet man am Strand gern mal abgetrennte Körperteile von Durchreisenden oder wahnsinnig gewordene Touristinnen wie Penny (Candace Glendenning), die nackt und mit Fleischermesser bewaffnet auf harmlose Seefahrer losgeht.

Was ist mit Penny geschehen? Warum liegen ihre Freunde sämtlich in Einzelteile zerlegt auf der Insel herum? Auch eine Therapie kann da nicht helfen, bei der die arme Penny zwecks Hypnose knalligen Discolichtern ausgesetzt wird. Die folgende Rückblende gibt da schon mehr Aufschluss. Penny gehörte demzufolge zu einer Gruppe von Archäologen , die sich Snape Island mal genauer ansehen wollten. Diese Expedition besteht vornehmlich aus knackigen jungen Kerlen und lüsternen Weibsbildern, die sich gleich gegenseitig an die Gurgel gehen und eigentlich den Austausch von Körperflüssigkeiten der Suche nach Geheimnissen der Vergangenheit vorziehen - und das mit Recht, denn wir leben alle nur einmal. Wie es scheint, ist auf dieser Insel nicht nur ein sagenhafter Schatz verborgen, sondern es läuft auch ein Verrückter mit Hackebeil dort herum, der einer finsteren Gottheit dient und Neuankömmlinge zerstückelt...

TURM DER LEBENDEN LEICHEN ("Tower of Evil", oder auch "Horror of Snape Island", oder auch "Beyond the Fog" - dieser Film hat mehr Titel als die Schauspieler Textilien tragen) ist ein Exploitation-Juwel aus dem ehrwürdigen Großbritannien, das nicht viele solcher Reißer vorweisen kann. Als purer Trash bietet er für den lechzenden Horror-Freund alles, was das Herz begehrt, nämlich Blut und Ekeleffekte en masse, reichlich Nackte und noch mehr Sex, zickige Dialoge aller Beteiligten, grauenvolle 70er-Kostüme und Frisuren, alles veredelt von einer schön schaurigen Kameraführung und einigen hippen, psychedelischen Effekten wie in der Hypnose-Sitzung, die so auf Augen und Gehirn schlägt, dass man sich bald selbst an die Ereignisse auf der Insel erinnert, egal ob man dabei gewesen ist oder nicht.

Horror-Schund wird nie besser als im TURM DER LEBENDEN LEICHEN, wo die meisten Darsteller die Berufsbezeichnung nicht verdienen, dafür aber ohne Ende nackig durchs Bild hüpfen oder zumindest in hautengen Klamotten herumstolzieren, unter denen sich aber auch jede Beule abzeichnet. Hauptdarsteller-Hippie Robin Askwith jedenfalls platzt fast durchweg die Hose vor Freude, hier sämtliche Damen bespringen zu dürfen.
Sex und Verstümmelung finden überwiegend gleichzeitig statt, abgehackte Köpfe fliegen durch die Luft, die Dialoge strotzen vor "Hey Babys" und anderen Auswüchsen der Jugendgeneration, aber der geballte Schwachsinn wird so herzerfrischend vorgetragen, dass es die reine Freude ist. Längen gibt es keine, dafür aber einige tatsächlich sehr unheimliche Szenerien. Es wird gekreischt, gemetzelt und sich gezofft, dass die (Fleisch-)Fetzen fliegen. Eine Dame wird in bester "Tosca"-Manier von der Burg geworfen, und Explosionen gibt es noch obendrauf.

Was die Verbindung alter Schauergeschichten mit modernem Splatter angeht, ist TURM DER LEBENDEN LEICHEN - ganz im Ernst - sehr viel besser gelungen als etwa "Dracula jagt Mini-Mädchen" (1972) aus den Hammer-Studios, der für seine Absichten zu zimperlich inszeniert ist. Hier weiß der Regisseur Jim O'Connolly (der nicht viele Filme vorzuweisen hat) genau, für welches Zielpublikum er arbeitet, und man merkt den Heidenspaß, den er dabei hat, immer mehr Brüste und abgehackte Körperteile dem Zuschauer entgegenzuschleudern. Sein TURM ist heute Kult.
Ach ja, hierzulande ist der Film beschlagnahmt, wahrscheinlich, weil er einfach zu schlecht ist. Filme wie diesen sieht man am besten mit guten Freunden und spielt dabei ein Trinkspiel - einen Kurzen jedes Mal, wenn einer der Darsteller sich entkleidet. Ich garantiere einen feucht-fröhlichen Abend - in jeder Beziehung.

7.5/10 (für den Trash-Faktor)


"Mensch, mir is' langweilig, wollen wir uns nicht ausziehen?"
"Schon wieder? - Na, meinetwegen..."

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Riff-Piraten (1939)

RIFF-PIRATEN (Jamaica Inn) war Hitchcocks letzter britischer Film vor dessen Abreise nach Hollywood und in die Arme David O. Selznicks, eine Piratengeschichte nach Daphne du Mauriers gleichnamiger Erzählung. Wenn es um Hitchcock geht, drückt man zu Recht gern alle Augen zu und versucht auch in den wenigen schwächeren Filmen noch die Einfälle zu finden, die sie zu einem vermeintlich "echten" Hitchcock machen. RIFF-PIRATEN aber bietet keine typischen Hitchcock-Elemente, ist dazu hoffnungslos melodramatisch und altmodisch, die Darstellungen bewegen sich auf Schmierenkomödien-Niveau, von Spannung oder Witz ist weit und breit nichts zu entdecken. Und das nach einer ganzen Kette von Meisterwerken wie "39 Stufen" (1935), "Sabotage" (1936) und "Eine Dame verschwindet" (1939).

Die Handlung: die junge Waise Mary (Maureen O'Hara) reist Anfang des 19. Jahrhunderts an die stürmische Küste Cornwalls, wo sie bei ihren Verwandten unterkommen soll, die eine Taverne namens "Jamaica Inn" betreiben. Was sie nicht ahnt - die Kneipe ist der Haupttreffpunkt der ortsansässigen Piraten, die Schiffe auf die Klippen locken, ausrauben und sämtliche Insassen töten. Mary kommt langsam dahinter, welches Spiel die Bande treibt, zu der auch ihr Onkel (Leslie Banks) gehört. Als sie einem Bandenmitglied (Robert Newton) das Leben rettet, sucht sie Hilfe beim Richter Sir Humphrey (Charles Laughton). Doch der ist der heimliche Anführer der Piraten...

Wenn RIFF-PIRATEN überhaupt etwas ist, dann ist es der Film Charles Laughtons, der auch co-produzierte und mit Hitchcock nicht sonderlich gut zurecht kam. Hitchcock waren die Marotten Laughtons zu anstrengend (so weigerte sich dieser nach Aussagen Hitchcocks, gehend oder stehend fotografiert zu werden, bevor er nicht die richtige Haltung seiner Figur entdeckt hatte), und er bezeichnete den Schauspieler als "liebenswürdigen Witzbold". Laughton reißt in seinen Szenen alle Aufmerksamkeit an sich mit einer vollkommen übertriebenen, cartoonhaften Darstellung, die im besten Fall Amüsement, keinesfalls aber Interesse für seinen Charakter oder den Fortgang der Geschichte verursacht. Die besten Hitchcocks waren die mit den besten Bösewichtern, da waren sich Truffaut und Hitchcock einig. Laughton ist ein jämmerlicher Bösewicht, eine Karikatur, eine alberne Witzfigur. Und trotzdem ist er der einzige unterhaltsame Aspekt des ganzen Piraten-Unsinns.
Die 'Geschichte' besteht ohnehin nur aus einer einzigen Situation, die sich nicht verändert: Piraten räumen Schiffswracks aus. Punkt. Die Handlung des Films beschreibt lediglich die Demaskierung der einzelnen Figuren innerhalb dieser Grundsituation, angefangen vom ruppigen Onkel, der sich (natürlich) als Mittäter entpuppt, der gedemütigten Tante, die die Taten ihres Mannes (natürlich) aus Liebe deckt, der Identität des vermeintlichen Piraten, der sich (natürlich) als V-Mann herausstellt bis zur Entlarvung des ehrwürdigen Richters als Chef der Gang.

Obwohl nicht gerade tödlich langweilig, bleibt das Spiel um diese Enttarnungen langatmig und weitgehend uninteressant. Dass der Zuschauer übrigens grundsätzlich sehr viel früher um die Machenschaften aller Beteiligten - ob gut oder böse - ahnt, hilft nicht etwa dem typischen Hitchcock-Suspense, sondern sorgt nur dafür, dass die Figuren dumm und blind wirken. Die Verwandlung der schönen, aber naiven Protagonistin in eine aktive Kämpferin hat Hitchcock später sehr viel wirkungsvoller und glaubwürdiger geschildert (siehe "Fenster zum Hof", 1954, oder den unterschätzten "Die rote Lola", 1950).

Da helfen leider auch Hitchcocks bizarre Bauten und düstere Ausleuchtung nicht, wenngleich es einige durchaus hübsche Einstellungen gibt (z.B. bei Marys Ankunft). RIFF-PIRATEN ist ein durch und durch künstlicher Studio-Film, der niemals die Atmosphäre kreiert, die er brauchen würde, um seine Geschichte überzeugend zu präsentieren. Von den Darstellern kann Maureen O'Hara als einzige punkten, und das allein wegen ihrer Schönheit. In der deutschen Fassung wird sie übrigens sehr angenehm von Ruth Leuwerik synchronisiert (Charles Laughton hat da weniger Glück mit einem näselnden Sprecher). O'Hara und Charles Laughton verließen ebenso wie Hitchcock kurz darauf England, um in Hollywood Karriere zu machen.

RIFF-PIRATEN bleibt ein Kuriosum im Schaffen Hitchcocks. Der Regisseur hat im Interview mit Truffaut gesagt, er habe Kostümfilme nie sonderlich gemocht. Was ihn an diesem Stoff reizte, bleibt unklar. Vielleicht sollte er als Ausstattungsstück eine Visitenkarte für Hollywood sein und zeigen, dass er zu mehr fähig war als brillante Thriller und Agentenfilme zu inszenieren. Das war aber nun wirklich nicht nötig. Obwohl als letzter seiner britischen Phase entstanden, wirkt RIFF-PIRATEN um Jahre älter als seine Vorgänger. Natürlich wird es immer die hartnäckigen Verehrer geben, die auch in RIFF-PIRATEN Spuren von Originalität entdecken, und das ist vermutlich auch gut so. Ich werfe hier das Handtuch.

03/10

Ankunft im 'Jamaica Inn' - Leslie Banks und Maureen O'Hara
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